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Lara

Die Versuche meiner Eltern zur musikalischen Früherziehung wusste ich zu boykottieren. Die waren unspießig genug, mich auch so zu lieben: Der Apfel fällt halt nicht immer auf direktem Wege vom Stamm.

Als keiner mehr Hoffnung hatte, dass ich noch musikalisch würde, fing ich doch an zu singen. Ich fand, das war die beste Basis: "Überraschung, ich mach doch mit!" Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass ich eigentlich immer und überall sang. (Angeblich sogar einmal "Talking about a revolution" von Tracy Chapman im Schlaf. - Angeblich einmal komplett durch.)

Ich sammelte unentwegt nützliche Informationen: Nicht weniger beim Hören begabter Sängerinnen und Sänger, als bei diversen GesangslehrerInnen. Mein Interesse galt und gilt bis heute dem emotionalen Gehalt der Musik. ("Oh, das ist ja wie bei mir!" denken Sie gerade. Musik total schön und rührend finden, ist etwas, was die meisten Menschen tun. Das sage ich ja schon die ganze Zeit: Wenn Sie nicht schon dran sind, dann singen Sie doch gleich mal los…)

Dieses natürliche Interesse habe ich sozusagen sorgsam kultiviert. Mit stets offenen Ohren fahnde ich nach dem nächsten, reizvollen Song. So ein Song läuft, einmal geschrieben, durch die Welt, durchs Radio, über den Plattenteller oder sonst wo. Und mit ihm eine Flut an versteckten Facetten, die noch keiner an ihm gedacht hat, und die darauf warten entfaltet zu werden. Genau da fängt meine Arbeit an.


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